Dokumentation der G.I.B.-Fachtagung vom 03. Dezember 2025
Zum zweiten Mal lud die G.I.B. GmbH zu einer Fachtagung zum Thema Weiterbildung ein. In ihrem Sitz in der alten Zeche Arenberg-Fortsetzung in Bottrop veranstaltete sie am 03. Dezember 2025 das bekannte Format des Lohnhallengespräches unter dem diesjährigen Motto „Dem Fachkräftemangel gemeinsam begegnen“.
Ziel war es, gemeinsam kluge Ansätze und Konzepte zu diskutieren, die die Fachkräftesicherung durch berufliche Weiterbildung nachhaltig stärken können. Denn eines ist klar: Der Fachkräftemangel gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit – doch wie können wir ihm begegnen und ihn überwinden?
Die Fachtagung stand in unmittelbaren Kontext der Fachkräfteoffensive NRW. Hiermit bündelt das Land Nordrhein-Westfalen seine Kräfte, um die Fachkräftesicherung als zentrales Zukunftsthema entschlossen anzugehen.
Kurzzusammenfassung
Die Fachtagung fand von 9 bis 16.15 Uhr statt. Neben fachlichen Inputs bot die Fachtagung Raum für konstruktiven Austausch zwischen Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Arbeitsverwaltung, Sozialpartnerschaft sowie aus der Praxis der beruflichen Weiterbildung.
Die ausgebuchte Veranstaltung zählte gut 120 Teilnehmende, die vormittags mit großem Interesse den Beiträgen folgten und an verschiedenen Fachforen teilnahmen. Nachmittags wurde im Rahmen einer Fishbowl-Diskussion der Frage nachgegangen „Was braucht es, damit die öffentliche Hand und Unternehmen ihre Aktivitäten zur Fachkräftesicherung durch Stärkung der beruflichen Weiterbildung ergebnisorientiert gemeinsam angehen?“.
Das Tagungsprogramm mit weiteren Details finden Sie als Download auf dieser Seite.
Impulse aus Politik und Wissenschaft
Zum Auftakt gaben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft zentrale Impulse für die aktuelle Diskussion rund um Fachkräftesicherung und berufliche Weiterbildung.
Begrüßung und Einführung
Torsten Withake, Geschäftsführer der G.I.B. GmbH
Torsten Withake, Geschäftsführer der G.I.B. GmbH, begrüßte die zahlreichen Gäste – darunter auch Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW Matthias Heidmeier. Beim zweiten großen Termin zum Thema Weiterbildung NRW bei der G.I.B GmbH seit April 2024 zeigte sich das Expertenpublikum vielfältig. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Arbeitsverwaltung, Wissenschaft, Kammern, Verbänden, Regionalagenturen, zahlreichen Bildungsträgern sowie erstmals in großer Zahl Wirtschaftsförderungen und Trägern im Beschäftigtentransfer machten deutlich, wie breit das Interesse ist – und wie komplex die Herausforderungen.
Die G.I.B. setze sich aktiv mit den Themen der Weiterbildung auseinander, so Withake: von der fachlichen Begleitung der vernetzten Bildungsräume über die Zusammenarbeit mit den Regionalagenturen vor Ort bis hin zum stetig wachsenden Weiterbildungsportal NRW, das als zentrale Informationsquelle im Land weiter an Bedeutung gewinnt. Auch dieser Fachtag sei Teil des Engagements, ein Ort für Austausch und neue Impulse, die für die erfolgreiche Arbeit dringend benötigt werden.
Fachkräfteoffensive NRW - Weiterbildung im Fokus
Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS)
Den einleitenden Worten Torsten Withakes folgte ein Statement von Matthias Heidmeier, Staatssekretär im MAGS NRW. Er machte in seinem Beitrag gleich zu Beginn klar: Das Thema Weiterbildung ist in Deutschland und NRW eine komplexe Herausforderung. Zwar stemmten viele Betriebe Weiterqualifizierung in Eigenregie – oft ohne staatliche Unterstützung –, doch das reiche nicht aus, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. In wichtigen Teilbereichen der Wirtschaft wie dem Handwerk, bremse der Mangel an qualifizierten Kräften bereits heute das Wachstum. Weiterbildung sei daher ein zentraler Schlüssel für wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.
Der Staatssekretär betonte die komplizierte Landschaft aus Trägern, Angeboten und Zuständigkeiten. Kammern spielten eine entscheidende Rolle, doch nicht alle Berufsbereiche verfügten über ausreichend entwickelte Strukturen – etwa die Pflege. Führungskräfte müssten Weiterbildung aktiver verantworten, zugleich brauche es gezielte Unterstützung für jene, die bislang kaum erreicht werden. Fehlende Qualifizierung könne für Einzelne zu sozialer Perspektivlosigkeit und insgesamt zu demokratischer Entleerung führen, warnte er.
Mit Blick auf NRW hob Heidmeier die Bedeutung der Teilqualifizierung hervor. Diese seien kein Ersatz für Ausbildung, aber ein Weg für Menschen, die Schwierigkeiten haben, im Regelsystem zu bestehen.
Ein weiterer thematischer Schwerpunkt sei schon heute KI: Mit einer neuen KI-Skilling-Offensive solle das Land zukunftsfähig werden. Hochschulen müssten zudem stärker für beruflich Qualifizierte öffnen, um echte Durchlässigkeit zu schaffen. Abschließend unterstrich Heidmeier: Weiterbildung bleibt einer der entscheidenden Impulse für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke des Landes.
Keynote aus der Wissenschaft: Wie kommunizieren wir Weiterbildung?
Prof. Dr. Bernd Käpplinger, Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Bernd Käpplinger ist Professor für Weiterbildung an der Justus-Liebig-Universität Gießen und hat den Lehrstuhl seit 2015 inne. Als ausgewiesener Experte für Erwachsenen- und Weiterbildung beschäftigt er sich in Forschung und Lehre insbesondere mit betrieblicher und beruflicher Weiterbildung, Programm- und Angebotsentwicklung, Bildungsberatung sowie vergleichender Weiterbildungsforschung.
In seiner Keynote blickte er darauf, wie berufliche Weiterbildung in Zeiten großer Transformation wieder stärker ins Zentrum rücken kann – auch im Hinblick auf Fachkräftesicherung und aktuelle Herausforderungen. Er verband dazu aktuelle Daten mit bildungspolitischen Überlegungen und rückte die Perspektive in den Vordergrund, Angebote stärker an Lebenslagen, Interessen und Handlungsspielräumen der Lernenden auszurichten. Außerdem sprach er an, worauf es in der Kommunikation mit Zielgruppen und in der Abstimmung der beteiligten Akteure wie Unternehmen, Anbieter und Fördergeber ankommen könnte. Sein Fazit in Kürze:
- Weiterbildung spiele im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle (zwischen Lust und Last...). Es sollten wieder verstärkt die individuellen Geschichten in den Blick genommen werden. Die Kommunikationsmuster rangierten zwischen Pflicht, Freude, Humor/Ironie, aber auch ungewollter Abschreckung und Idealisierung.
- Weiterbildungsdiskurse seien teilweise sehr technisch geworden (Paradoxie ihrer Institutionalisierung).
- Die Art der Botschaft müsse mit Substanz hinterlegt sein: Was können wir wirklich substantiell anbieten?
- Weiterbildung habe es nicht geschafft, die Vierte Säule des deutschen Bildungssystems zu werden, aber wird es vielleicht die Fünfte Säule mit kluger Mischfinanzierung durch öffentliche Mitverantwortung?
Fishbowl-Diskussion
Was braucht es, damit die öffentliche Hand und Unternehmen ihre Aktivitäten zur Fachkräftesicherung durch Stärkung der beruflichen Weiterbildung ergebnisorientiert gemeinsam angehen?
Am Nachmittag stand ein offenes Gesprächsformat im Mittelpunkt. Teilnehmende als Fachexpertinnen und Fachexperten waren
- Kurt-Georg Ciesinger, Deutsche Angestellten-Akademie NRW,
- Prof. Dr. Bernd Käpplinger, Justus Liebig Universität Gießen,
- Birgit van Tessel, IQ NRW – West | Fachkräftenetzwerk & Informationszentrum für Fachkräfteeinwanderung (FIF NRW),
- Dr. Peter Janßen, Bildungswerk der nordrheinwestfälischen Wirtschaft
- Dieter Bohnes, Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit und
- Reinhard Völzke, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.
Sie gingen der Frage nach: „Was braucht es, damit die öffentliche Hand und Unternehmen ihre Aktivitäten zur Fachkräftesicherung durch Stärkung der beruflichen Weiterbildung ergebnisorientiert gemeinsam angehen?“ Ziel war es, gemeinschaftliche Lösungen aufzuzeigen und neue Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Im Rahmen der Fishbowl-Diskussion brachten sich Teilnehmende der Fachtagung aktiv in die Diskussion ein. Folgende Ergebnisse können zusammengefasst werden:
Weiterbildung wirkt dann strategisch, wenn Unternehmen den Wert und die Ergebnisse klar erkennen. Besonders KMU benötigen Unterstützung bei Struktur, Bedarfsermittlung und Orientierung im breiten Weiterbildungsangebot, um passende Formate zu finden, die sowohl kurzfristig umsetzbar als auch strategisch wirksam sind. Die Förderung durch die Agentur für Arbeit, insbesondere Teilqualifizierungen, bietet Chancen, muss aber noch bekannter werden. Erfolgreicher Praxistransfer gelingt nur, wenn Unternehmen, Bildungsträger, Kammern, Agenturen und Netzwerke eng zusammenarbeiten.
Für Beschäftigte müssen Lernformate relevant, motivierend und praxisnah sein. Coaching, Feedback und betriebliche Begleitung erhöhen die Umsetzungskompetenz und fördern eine neue Lernkultur, in der Weiterbildung als Chance wahrgenommen wird. Unterschiedliche Formate – Präsenzseminare, digitale Angebote, Blended Learning oder praxisnahe Workshops – müssen zielgruppengerecht eingesetzt werden, emotional positiv erlebt und durch Qualitätssicherung abgesichert werden.
Ein effektiver Transfer in den Arbeitsalltag gelingt, wenn Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bildungsträger abgestimmt handeln. Weiterbildung braucht eine neue Sprache: weg von Defiziten, hin zu Chancen, Innovation und Zukunft. Zugewanderte müssen schnell zielgerichtet qualifiziert werden; Anerkennungsverfahren sollten beschleunigt und Angebote idealerweise bereits im Herkunftsland umgesetzt werden. Insgesamt ist ein modernes, offenes Weiterbildungs-Mindset, kontinuierliche Vernetzung und verbindliche Kooperation entscheidend, um Fachkräftesicherung ergebnisorientiert zu stärken.
Fachforen
Am Nachmittag wurden in vier Fachforen praxisnah unterschiedliche Wege und Ansätze beleuchtet: Von der Förderung verborgener Talente über die Entwicklung passgenauer Weiterbildungsangebote bis hin zu erfolgreicher Netzwerkarbeit und der Stärkung von Weiterbildung in Unternehmen.
Der Austausch im Fachforum zeigte, dass das Instrument der beruflichen Teilqualifizierung (TQ) ein hohes Potenzial für die Fachkräftesicherung hat, auf ein hohes fachliches Interesse sowie engagierte Akteure trifft. Diese Voraussetzungen bieten eine gute Grundlage, um berufliche Teilqualifikationen in Nordrhein-Westfalen künftig stärker und wirkungsvoller einzusetzen, da ihr Potenzial bislang noch nicht ausgeschöpft wird.
Dr. Hendrik Biebeler (BIBB) vermittelte grundlegende Informationen zum Konzept der Teilqualifikationen (TQ) und zu den Stärken des Instruments. Auf Basis qualitativer und quantitativer Erhebungen stellte er zentrale Gelingensbedingungen für ihre Umsetzung vor. Reinhard Völzke (MAGS NRW) erläuterte die in NRW geltenden Grundsätze zu Teilqualifikationen, auf die sich die Arbeitsmarktpartner im Rahmen der Fachkräfteoffensive Nordrhein-Westfalen verständigt haben. Einblicke in die Umsetzungspraxis in Südwestfalen gaben Kirsten Kling (agentur mark GmbH) und Daniela Knetsch (Gemeinsamer Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Iserlohn und des Jobcenters Märkischer Kreis). Vorgestellt wurde die Implementierung der Teilqualifizierung zum Maschinen- und Anlagenführer im Rahmen des Projekts „ATLAS – Automotive Transformationsplattform Südwestfalen“ realisiert.
In der Diskussion wurden folgende Bedarfe und Anregungen formuliert
- Wunsch nach gesicherten Daten zur aktuellen Umsetzung in NRW, insbesondere
- einer systematischen Bedarfsanalyse in Kooperation mit Unternehmen und Weiterbildungsanbietern
- Stärkere Verbreitung vorhandener Erfahrungen und erfolgreicher Praxisbeispiele
- Mehr Information und Vorteilsdarstellung für Unternehmen und die Zielgruppe
- Einbindung auch von Unternehmen ohne eigenen Qualifizierungsbedarf als Partner, z. B. durch das Angebot von Praktikumsplätzen
- Ausbau regionaler und überregionaler Kooperationen unter Anbietern der beruflichen Weiterbildung, um TQ-Maßnahmen wirtschaftlich tragfähig umzusetzen
Präsentation Dr. Hendrik Biebeler (BIBB)
Präsentation Daniela Knetsch (Agentur für Arbeit Iserohn) / Kirsten Kling (agentur mark GmbH)
Ansprechperson: Elisabeth Tadzidilinoff (G.I.B. GmbH), e.tadzidilinoff@gib.nrw.de
Copyright: G.I.B./Dietrich Hackenberg
Copyright: G.I.B./Dietrich HackenbergViele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, qualifiziertes Personal zu sichern und Weiterbildungen zu finden, die tatsächlich zum betrieblichen Bedarf passen. Im Fachforum wurde diskutiert, wie Weiterbildungsbedarfe systematisch ermittelt werden können und wie Unternehmen, Verbände, Bildungsträger und Sozialpartner gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln. Anknüpfend an Erfahrungen aus bundesweiten Weiterbildungsverbünden zeigte Iken Neisener (Forum wbv – Koordinierungszentrum für Weiterbildungsverbünde), wie durch regionalen Dialog und kooperative Strukturen bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote entstehen können.
In der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ihre Qualifizierungsbedarfe nicht immer klar benennen können und Zukunftsprognosen häufig mit Unsicherheiten verbunden sind. Begrenzte zeitliche und finanzielle Ressourcen führen dazu, dass kurzfristige Anforderungen oft Vorrang vor langfristigen Qualifizierungsstrategien haben. Umso wichtiger sind niedrigschwellige, unbürokratische Zugänge und feste Ansprechpersonen in den Verbünden, etwa in Form von Lotsenstellen, die Orientierung bieten und Prozesse koordinieren. Hervorgehoben wurde zudem, dass erfolgreiche Weiterbildungsverbünde eine aktive Netzwerkpflege und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit erfordern. Dafür müssen ausreichend Ressourcen bereitgestellt werden und alle beteiligten Akteure ihre gemeinsame Verantwortung wahrnehmen. Das Fachforum machte deutlich, dass kooperative Bedarfsermittlung ein zentraler Baustein ist, um Weiterbildung passgenau auszurichten und Unternehmen langfristig bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen.
Präsentation Iken Neisener (Forum wbv)
Ansprechpersonen: Julian Agel (G.I.B. GmbH), j.agel@gib.nrw.de, Julia Gröning (G.I.B. GmbH), j.groening@gib.nrw.de
Copyright: G.I.B./Dietrich HackenbergDas Fachforum beleuchtete, wie Unternehmen bei der Nutzung von Weiterbildungsförderungen und Arbeitsmarktinstrumenten unterstützt werden können – und welche Bedeutung funktionierende regionale Netzwerke dabei haben. Im Mittelpunkt standen zwei Leitfragen: Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen zur Nutzung von Weiterbildung und Förderangeboten vor? Und wie gestaltet sich die praktische Umsetzung – insbesondere durch die Arbeitgeberservices der Arbeitsagentur?
Dr. Ute Leber (IAB) zeigte auf, dass umfangreiche Daten zu Umfang, Zielgruppen und Hemmnissen betrieblicher Weiterbildung existierten. Besonders KMU nutzten Förderinstrumente deutlich seltener, häufig aufgrund fehlender Ressourcen, Informationsdefiziten, Unsicherheiten über Nutzen und Passung sowie bürokratischem Aufwand. Auch die Ausgestaltung mancher Förderlogiken wirke hemmend: So fördere § 82 SGB III ausschließlich Weiterbildungen ab 120 Stunden. Trotz steigender Zahlen seit 2020 liege die Teilnahme an geförderter Weiterbildung weiterhin unter dem Vor-Corona-Niveau; in NRW nahmen 2024 rund 13.700 Beschäftigte teil.
Sefer Öncel (Regionaldirektion NRW, BA) betonte die Rolle der Arbeitgeberservices als zentrale Schnittstelle. Erfolgreiche Beratung erfordere passgenaue Informationen, transparente Förderlogiken und verlässliche Kommunikation. Ob § 82 SGB III, Beratung im Erwerbsleben, Arbeitsmarktdrehscheiben oder Potenzialkarten – alle Instrumente müssten verständlich erklärt und eng begleitet werden. Zugänge entstünden dort, wo tragfähige Netzwerke bestehen, die Unternehmen kontinuierlich informieren und in Transformationsprozessen unterstützen.
Präsentation Dr. Ute Leber, IAB
Präsentation Sefer Öncel, Regionaldirektion NRW, BA
Ansprechperson: Nicole van Lieshaut (G.I.B. GmbH), n.vanlieshaut@gib.nrw.de
Copyright: G.I.B./Dietrich HackenbergIn diesem Fachforum stand die Frage im Mittelpunkt, wie berufliche Weiterbildung so gestaltet werden kann, dass sie strategische Unternehmensziele wie Digitalisierung, Klimaneutralität und Fachkräftesicherung wirksam unterstützt. Anhand des Modellprojektes „Betriebliche Transformationsagenten“ wurde deutlich, dass Qualifizierung weit über reine Wissensvermittlung hinausgehen kann und als Hebel für betrieblichen Strukturwandel wirkt. Das Projekt zeigt, wie Beschäftigte durch ein erprobtes Bildungsprogramm zu internen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren entwickelt werden, die Veränderungsprozesse aktiv vorantreiben. Der Fokus liegt dabei auf praxisnahen Kompetenzen, etwa in den Bereichen Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft, kombiniert mit Change-Management-Ansätzen zur Begleitung betrieblicher Veränderungen.
In der Diskussion wurde hervorgehoben, dass Weiterbildung besonders dann erfolgreich ist, wenn sie strategisch in Organisations- und Personalentwicklung eingebettet wird und an konkreten betrieblichen Transformationszielen ansetzt. Das INQA-Coaching-Beispiel verdeutlichte zudem, dass Partizipation ein zentraler Erfolgsfaktor ist: Werden Beschäftigte frühzeitig eingebunden, steigt die Akzeptanz von Veränderungsprozessen deutlich. Als weitere Gelingensbedingungen wurden die Stärkung regionaler Netzwerke sowie eine Weiterentwicklung von Weiterbildungsträgern hin zu prozessbegleitenden PE-Dienstleistern benannt. Insgesamt zeigte das Fachforum, dass Qualifizierung eine Investition in die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist, wenn sie praxisnah gestaltet wird und Beschäftigte befähigt, selbst Lösungen für Transformationsaufgaben zu entwickeln.
Ansprechperson: Andreas Bendig (G.I.B. GmbH) a.bendig@gib.nrw.de, Heike Ruelle (G.I.B. GmbH) h.ruelle@gib.nrw.de
Organisation
Gestaltung, Innovation und Beratung in der Arbeits- und Sozialpolitik - G.I.B. GmbH
Durchgeführt wurde die Veranstaltung von den Beraterinnen und Beratern der G.I.B. GmbH, Julian Agel und Anne Berteld (beide Gesamtmoderation), Andreas Bendig, Nicole van Lieshaut, Elisabeth Tadzidilinoff, Heike Ruelle und Julia Gröning.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Referierenden, Teilnehmenden und Mitarbeitenden für diese gelungene Veranstaltung. Lassen Sie uns vernetzt bleiben!










